Was ist ein Brandschutzkonzept ?
Der Begriff "Brandschutzkonzept" wurde erstmals in der Landesbauordnung 2000 des Landes Nordrhein-Westfalen eingeführt. Von der Arbeitsgemeinschaft (ARGEBAU) der Bundesministerkonferenz der Minister für Bau- und
Wohnungswesen wird eine Musterbauordnung herausgeben, die eine Harmonisierung der Länderbauverordnungen bewirken soll.

In der Musterbauverordnung 2002 wird anstelle des Begriffs "Brandschutzkonzept" der materiell-rechtliche Begriff "Brandschutznachweis" verwendet. Im folgenden Text wird nur der Begriff "Brandschutz-konzept" verwendet.
Aufbau für Brandschutz:
vorbeugend / abwehrend
Die heutigen Bauwerke - insbesondere Sonderbauten - haben immer komplexere und größere Dimensionen, so dass Abweichungen (Erleichterungen) von den materiellen Anforderungen der Landesbauordnungen zum Regelfall werden. Die Abweichungen sind zu begründen und die Folgen und Kompensationen zur Erreichung des Schutzzieles schlüssig und nachvollziehbar darzustellen, was sich am sinnvollsten mit einem Brandschutzkonzept erreichen lässt. Ein Brandschutzkonzept beinhaltet also die ganzheitlich aufeinander abgestimmten baulichen, anlagentechnischen und betrieblich-organisatorischen Brandschutzmaßnahmen.
Hinsichtlich der Anforderungen aus der Landesbauordnung lassen sich mit der Erstellung eines Brand-schutzkonzeptes Erleichterungen erzielen.
Art und Inhalt des Brandschutzkonzeptes sind in der Regel den länderspezifischen Bauvorlagenverordnungen zu entnehmen.
Wann ist ein Brandschutzkonzept zu erstellen ?
Die Erstellung eines Brandschutzkonzeptes kann aus unterschiedlichen Gründen erforderlich werden:
1.  Nach der Landesbauverordnung ist ein Brandschutzkonzept baurechtlich vorgeschrieben, z. B. nach
§ 69 BauO NRW oder § 5 (3) SächsBO oder § 14 BayBauO
2.  Die Baugenehmigungsbehörde verlangt die Vorlage eines Brandschutzkonzeptes. Brandschutzkonzepte
werden von den Baugenehmigungsbehörden in der Regel dann verlangt, wenn der Bauherr erhebliche Erleichterungen hinsichtlich des Brandschutzes in Anspruch nehmen möchte oder anders ausgedrückt, wenn von materiellen Vorschriften der LBO oder von Sondervorschriften erheblich abgewichen werden soll. Ob eine erhebliche Abweichung vorliegt und somit ein Brandschutzkonzept gerechtfertigt ist oder die Abweichung im Zuge einer Ausnahmeregelung ohne Brandschutzkonzept genehmigt wird, liegt im Ermessen der Baugenehmigungsbehörde.
Ein Entscheidungsdiagramm zur Erfordernis eines Brandschutzkonzeptes kann der Anlage 7 des "Brandschutzleitfadens" entnommen werden, der vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen herausgegeben wurde. Brandschutzkonzepte können auch bei festgestellten Mängeln zur brandschutz-technischen Sanierungsplanung gefordert werden.
Vorplanungen:
Aus Sicht des Brandschutzes sind  Anforderungen sowie interne und externe Randbedingungen zu beachten
2.  Die Baugenehmigungsbehörde verlangt die Vorlage eines Brandschutzkonzeptes. Brandschutzkonzepte
werden von den Baugenehmigungsbehörden in der Regel dann verlangt, wenn der Bauherr erhebliche Erleichterungen hinsichtlich des Brandschutzes in Anspruch nehmen möchte oder anders ausgedrückt, wenn von materiellen Vorschriften der LBO oder von Sondervorschriften erheblich abgewichen werden soll. Ob eine erhebliche Abweichung vorliegt und somit ein Brandschutzkonzept gerechtfertigt ist oder die Abweichung im Zuge einer Ausnahmeregelung ohne Brandschutzkonzept genehmigt wird, liegt im Ermessen der Baugenehmigungsbehörde. Ein Entscheidungsdiagramm zur Erfordernis eines Brandschutzkonzeptes kann der Anlage 7 des "Brandschutzleitfadens" entnommen werden, der vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen herausgegeben wurde. Brandschutzkonzepte können auch bei festgestellten Mängeln zur brandschutz-technischen Sanierungsplanung gefordert werden.
3.  Der Bauherr möchte im Genehmigungsverfahren im erheblichen Umfang von den brandschutztechnischen
Anforderungen der Landesbauordnung abweichen. In dem Brandschutzkonzept werden die Abweichungen benannt und die Kompensationen beschrieben, die erforderlich sind, um das allgemeine Schutzziel, der "Entstehung von Feuer und Rauch vorzubeugen und bei einem Brand die Rettung von Menschen und Tieren sowie wirksame Löscharbeiten zu ermöglichen"
Welche Vorteile bietet ein Brandschutzkonzept dem Bauherrn ?
Durch das Brandschutzkonzept entsteht Planungssicherheit für das beabsichtigte Projekt und für spätere
Erweiterungen. Durch Planungssicherheit entsteht Kostensicherheit.
Durch ein Brandschutzkonzept besteht die Möglichkeit Erleichterungen von den Anforderungen der LBO in
Anspruch zu nehmen, wenn das Schutzziel auch mit anderen, als mit den in der LBO vorgesehenen Maßnahmen erreicht werden kann. Erleichterungen können z.B. eine großräumige Planung und somit eine bessere Nutzung und evtl. auch eine Verringerung der Baukosten beinhalten.
Der Bedarf an Neubauten sinkt, so dass sich die Aktivitäten im Baugewerbe zunehmend auf Bauwerke im
Bestand verlagern. In der Regel entsprechen bestehende Gebäude nicht den gestiegenen Anforderungen der Bauordnungen, so dass Kompromisse im Brandschutz gefunden werden müssen. Diese können am besten in einem Brandschutzkonzept dargestellt werden.
Brandschutzkonzepte ermöglichen bei Einbettung von Anforderungen der Sachversicherer eine Reduzierung der
Versicherungsprämien.
Wie komme ich zu einem Brandschutzkonzept ?
Brandschutzkonzepte werden durch "sachkundige Personen" erstellt. Da der Begriff "sachkundig" gesetzlich nicht hinterlegt ist, kann a priori jede Person ein Brandschutzkonzept erstellen. Durch die Rechtsprechung besteht jedoch eine Pflicht des Bauherrn zur Wahl einer "geeigneten Person", d. h. er muss sich vergewissern, ob die beauftragte Person in der Lage ist, die übertragenen Aufgaben sachgemäß zu erfüllen. Die Verfasser des Buches "Vorbeugender baulicher Brandschutz" K. Klingsohr und J. Messner schreiben in ihrer Schlussbetrachtung :
"Nicht der betreibt den besten vorbeugenden Brandschutz, der in blindem Eifer alle ihm bekannten Möglichkeiten der Vorbeugung über einen Bauplan ausschüttet und versucht, aus dem Gebäude einen "Bunker" zu machen, sonder der, der in wohl abgewogenem maßvollen Anwenden der möglichen, aber auch nur der nötigen Maßnahmen eine vernünftige Synthese aus der notwendigen Sicherheit und einem immer bleibenden, vertretbaren Restrisiko findet, bei der sowohl die Bestimmungen des Bauordnungsrechts, wie auch die Wünsche des Bauherrn angemessene Berücksichtigung finden."
Nicht soviel Brandschutz wie möglich, sondern nur soviel Brandschutz wie nötig !
Was kostet die Erstellung eines Brandschutzkonzeptes ?
Eine gesetzliche Gebührenordnung zur Fertigung eines Brandschutzkonzeptes gibt es nicht. Sie können daher auf dem Markt ein Brandschutzkonzept in allen Preislagen erhalten.
Beim Preisvergleich sollte jedoch das "Kleingedruckte" beachtet werden, wobei insbesondere folgende Fragen zu beachten sind.
Was müssen Sie als Bauherr beistellen ?
z.B. Architektenpläne über den Bestand, Technische Unterlagen über Bauteile, Löschwasserversorgung, Lüftung, Brandschotts u. a. m.
Sind Bestandsaufnahmen erforderlich ?
z.B. Gebäudemaße, Bauteiluntersuchungen, u.a.m
Was wollen Sie als Bauherr erreichen ?
z.B. möglichst große Brandabschnitte, d. b. weniger Brandwände, die das Gebäude trennen. So besteht beispielsweise nach dem Tabellenverfahren des Abschnitts 6 der Industriebaurichtlinie die Möglichkeit, zweigeschossige Industriebauten (K1) nur bis zu einer Brandabschnittsgröße von 2400 qm zu errichten. Erst das ausführliche Berechnungsverfahren nach Abschnitt 7 ermöglicht Brandabschnitte über 2.400 qm. Es dürfte leicht einsehbar sein, das das Verfahren nach Abschnitt 7 eines höheren Arbeitsaufwandes und Honorars bedarf, als das vereinfachte Tabellenverfahren nach Abschnitt 6. Der Bauherr hat jedoch beim Verfahren nach Abschnitt 7 den Vorteil einer größeren Brandabschnittsfläche.
Welche Nebenkosten entstehen zusätzlich ?
z.B. Reisekosten, Kosten für Vervielfältigungen, Porto, Telefon u. a. m.
Aus den vorgenannten Ausführungen resultiert,
dass es sinnvoll ist, zunächst in einem Gespräch die Randbedingungen für ein Brandschutzkonzept zu klären, bevor man sich für einen Brandschutzsachverständigen entscheidet.